Dieses Modul bildet den fachlichen und konzeptionellen Grundstein der Weiterbildung zur Fachkraft für tiergestützte Intervention. Es vermittelt ein fundiertes Verständnis darüber, wie und warum Tiere in pädagogischen, therapeutischen und sozialen Kontexten wirksam eingesetzt werden können.
Im Mittelpunkt stehen zentrale Wirkmodelle und wissenschaftliche Erkenntnisse. Die Teilnehmenden entwickeln ein gemeinsames professionelles Verständnis von tiergestützter Intervention (TGI) als fachlich begründete, verantwortungsvolle und zielorientierte Methode – jenseits von romantisierenden oder rein intuitiven Vorstellungen.
Ein besonderer Bestandteil des Moduls ist der Besuch einer Praxisstelle, bei dem eine Tierart exemplarisch vorgestellt wird. Theorie und Praxis werden dabei systematisch miteinander verknüpft und durch Selbsterfahrung vertieft.
Lernziele
Nach Abschluss des Moduls können die Teilnehmenden:
- die Begriffe tiergestützte Aktivität, tiergestützte Förderung, tiergestützte Pädagogik und tiergestützte Therapie fachlich differenzieren
- historische Entwicklungen der Mensch-Tier-Beziehung im professionellen Kontext einordnen
- zentrale Wirkmechanismen tiergestützter Intervention erklären
- ausgewählte Forschungsergebnisse kritisch reflektieren
- die Rolle von Fachkraft, Klient*in und Tier im Interventionsdreieck beschreiben
- erste Transferüberlegungen für das eigene Berufsfeld entwickeln
Theoretische Inhalte
1. Begriffsklärung und Abgrenzung
- Definition tiergestützter Intervention (TGI)
- Abgrenzung von tiergestützten Aktivitäten (TGA), tiergestützter Pädagogik (TGP) und tiergestützter Therapie (TGT)
- Professionalisierung und Qualifikationsanforderungen
- Rolle der Fachkraft
2. Historische Entwicklung
- Historische Mensch-Tier-Beziehungen
- Erste dokumentierte therapeutische Einsätze von Tieren
- Entwicklung der TGI im deutschsprachigen Raum
Praxisanteil: Besuch einer Praxisstelle
Ein zentrales Element des Moduls ist der Besuch einer Praxisstelle der tiergestützten Intervention.
Inhalte des Praxisbesuchs
- Vorstellung einer Tierart im professionellen Einsatz
- Herkunft und Ethologie
- Wesen, Temperament, Eignung
- Ausbildungsweg des Tieres
- Hygienische und organisatorische Rahmenbedingungen
- Beobachtung einer realen Intervention oder Simulation
- Analyse des Settings
- Zielgruppe
- Zieldefinition
- Methodischer Aufbau
- Rolle der Fachkraft
- Selbsterfahrung der Teilnehmenden
Die Teilnehmenden erleben bewusst die eigene Wirkung im Kontakt mit dem Tier:
- Körperwahrnehmung
- Emotionsregulation
- Beziehungsaufnahme
- eigene Haltung und innere Bilder
Reflexionsfragen:
- Was hat sich im Kontakt verändert?
- Welche Wirkmechanismen wurden spürbar?
- Welche Grenzen wurden deutlich?
- Wie erlebte ich die Rolle der Fachkraft?
Die Selbsterfahrung dient der Sensibilisierung für professionelle Selbstreflexion und spätere Praxisarbeit.
Bedeutung des Moduls für die Weiterbildung
Modul 1 schafft ein gemeinsames fachliches Fundament. Es verbindet wissenschaftliche Fundierung mit erfahrungsorientiertem Lernen und legt den Fokus auf Qualität, Wirksamkeit und ethische Verantwortung.
Die Teilnehmenden starten mit einem reflektierten, professionellen Verständnis von tiergestützter Intervention in die Weiterbildung – getragen von Theorie, Forschung und konkreter Praxiserfahrung.
Termine:
- und 15.05.2026
Oder:
- und 16.08.2026
Uhrzeit: Beginn 9:00 Uhr – Ende 17:00 Uhr
